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  • Annette Wagner

Das Tamron 150-600 - Erste Eindrücke



Jetzt hab ich es also auch…das billigste 600er das es momentan gibt. Lange habe ich mich gefragt, warum ich es kaufen soll, weil ich ja das Nikkor 80-400 habe und damit sehr zufrieden bin. Aber dann habe ich gesehen, was andere Besitzer dieser Optik so alles damit "geschossen" haben und da gerade das Urlaubsgeld kam…hab ich mir die Optik halt geleistet. Und…was kann das Teil jetzt? Wo liegen seine Schwachstellen? Wie ist es im Vergleich zur mehr als doppelt so teuren Nikkor Optik? Und last but not least…wie arbeitet es mit einer Crop- bzw. Vollformatkamera zusammen? Die Optik an sich Als ich das Objektiv das erste Mal gesehen habe, war ich sehr erstaunt. So klein?!? Ich hatte ein größeres "Monster" erwartet, aber eine Optik, die nur etwas länger als mein 80-400 ist, hat mich echt überrascht. Allerdings sieht man vorne, dass die Optik für weitere Entfernungen gebaut ist, denn da wird sie doch sehr ausladend und ist ohne Kamera dran auch sehr kopflastig.

Die Optik bietet einen massive und gut verarbeitete Stativschelle, die sich auch gut zum Tragen verwenden lässt. Das macht die Optik zwar schwerer, aber ab einer gewissen Größe mag ich es lieber, wenn das Objektiv auch einen richtigen Griff hat.

Die Sonnenblende macht die Optik erst beeindruckend, ist aber eher billig und man muss aufpassen, dass sie wirklich einrastet…sonst ist man sie schnell wieder los. Schade, aber verständlich, denn irgendwo muss sich der Preis ja niederschlagen. Die Optik kommt im Pappkarton…auch hier wurde gespart und man sollte das beim Kauf bedenken und die rund 50 Euro für einen Objektivköcher gleich mit einrechnen. Autofokus, "Antiwackler" und die Ausstattung Die Linse ist Spritzwasser geschützt und staubdicht. Gerade bei einer großen Optik, die eigentlich nur draußen eingesetzt wird, ist das wichtig. Zoomoptiken ziehen immer Staub mit rein, selbst wenn sie "staubdicht" sind. Allerdings ist das dann wesentlich weniger und das dankt einem der Sensor der Kamera und der eigene Geldbeutel (zumindest wenn man die Reinigung Profis überlässt und nicht selbst am Sensor rumspielt).

Die Optik besitzt vier Schalter. Einen um die Linse in eingefahrenem Zustand für den Transport zu fixieren, einen Entfernungsbegrenzer, einen Schalter für Autofokus oder manuellen Fokus und den Schalter für den "Antiwackler".

Relativ sinnlos ist der Entfernungsbegrenzer, da er neben dem vollen Weg nur 15 m bis Unendlich anbietet. 10 m bis Unendlich oder zwei verschiedene Entfernungen wären da brauchbarer gewesen. Ist der Autofokus aktiv, kann man trotzdem jederzeit eingreifen, was auch wichtig ist. Bevor ich die Linse ausprobiert habe, fand ich es merkwürdig, dass die einen geschrieben haben, der Autofokus sei toll und die anderen, er sei eine Schnarchnase. Inzwischen weiß ich: beide haben recht! Führt man den Autofokus nach oder fokussiert innerhalb eines begrenzten Bereichs, ist der Autofokus schnell, packt gut zu und trifft selbst kleinste Objekte (Libellen) sehr gut.

Muss man hingegen durch den gesamten Zoombereich fahren, also z.B. von unendlich bis zur Naheinstellgrenze…dann merkt man die Glasmassen, die bewegt werden müssen und das sehr deutlich. In diesen Fällen greift man am besten von Hand ein und unterstützt den Autofokus bei seiner Suche. Da das Fokus Wahlrad direkt am Fuß der Optik sitzt, geht das schnell, weil man die Hand ja eh schon an der Stativschelle hat.

Ach ja…das habe ich zu schreiben vergessen…ich mag keine Stative. Ich fotografiere nur aus der Hand. Das ist mit dieser Optik problemlos möglich, auch wenn sie rund ein Kilo mehr auf die Waage bringt, wie das Nikkor 80-400. Und hier kommt auch das Sahnestück dieser Optik voll zum Tragen: der "Antiwackler"! Der ist Tamron typisch leise, effektiv und rundherum unschlagbar. Denn bei 600mm aus der Hand braucht man so etwas wirklich. Da ist es manchmal selbst mit VC schwer, das Motiv im Sucher zu behalten. Wenn eine Optik dann auch noch leicht kopflastig ist, wird es nicht einfacher. Und ich habe eigentlich eine ruhige Hand, aber davon hab ich bei meinen ersten Touren mit der Optik nicht mehr so viel gemerkt…war aber egal…der VC hat das abgefangen und an den Bildern sieht man die Wackelei nicht mehr. Die Optik an Vollformat oder Crop Mit etwas über 900mm kommt man wirklich ganz nah ran, wenn man eine Crop-Kamera hinter die Optik schnallt. Beides harmoniert sehr gut, zumindest was meine D7100 betrifft. Ehrlich gesagt…ich war kurz davor die Kamera zu verkaufen, weil ich mit ihr nie so richtig warm geworden bin. Aber zusammen mit dem Tamron sieht das jetzt anders aus! Diese Bilder waren vom ersten Moment an das, wofür ich die Kamera eigentlich gekauft hatte und jetzt bleibt sie und wir werden zusammen mit dem Tamron noch viel Spaß miteinander haben! An meiner D600 habe ich jetzt endlich 600mm (600 an der 600…passt irgendwie ;-). Damit kann ich auch die Lichtstärke der Kamera voll ausnutzen und muss endlich nicht mehr so viel von den Bildern wegschneiden. Denn 400mm waren mir manchmal schon etwas zu kurz. Ob die Ecken stärker abgedunkelt sind oder die Schärfe sehr unterschiedlich zwischen den beiden Kameras ist, kann ich nicht sagen (bzw. es stört mich bei den Ecken nicht, weil es dagegen ja Objektivprofile in LR gibt). Natürlich sind die Ergebnisse bei hohen ISO Werten an der D600 besser, aber das ist bei allen Optiken so, weil der größere Sensor halt einfach besser mit hohen ISO Werten umgehen kann. Bokeh und der Umgang mit Farben und Licht gefällt mir an beiden Kameras mit dieser Optik sehr gut. Bisher habe ich aber bemerkt, dass die Kamera bei gleicher Blende mit dem Tamron im Vergleich zur Nikkor Optik etwas zum Überbelichten neigt. Darum habe ich an der D7100 schon mal die ISO Automatik ausgeschaltet und wirklich alles selbst eingestellt. Das werde ich mal beobachten, es ist mir aber an beiden Kameras aufgefallen. Tamron versus Nikkor Da ich beide habe und das eine doppelt so teuer war, wollte ich wissen, ob ich wirklich beide brauche. Darum hier eine positiv / negativ Liste zu beiden Optiken im Vergleich: NIKKOR 80-400 + geringe Naheinstellgrenze (1,5 m) + die verfügbare Brennweite deckt 90% von dem ab, was man in einem Tierpark zum Fotografieren benötigt + mit f5.6 bei maximaler Brennweite kann man auch bei schlechtem Licht noch gut arbeiten + sehr gute Schärfeleistung + der Autofokus ist insgesamt schneller, das gilt aber vor allem für das Durchfahren größerer Unterschiede + ein guter VR arbeitet leise und effektiv + die Optik ist für die Brennweite sehr leicht + die Optik ist kompakt und passt in die meisten "normalen" Rucksäcke + Staub- und Spritzwasserschutz + mitgelieferter Köcher - seltsamer Weise arbeitet die Linse mit einer Nikon Kamera (D7100) nicht so optimal zusammen - die Stativschelle ist eigentlich ein Witz - der VR verlangsamt den Autofokus allerdings deutlich Tamron 150-600 + die maximale Brennweite ist einfach genial + die Schärfeleistung ist bis 400mm dem Nikkor ebenbürtig und auch danach noch richtig gut + der VC ist eine Wucht. Tamron hat momentan den besten "Antiwackler" den es gibt und das macht sich hier besonders bemerkbar + trotz der großen Brennweite ist die Optik leicht genug für die Arbeit "aus der Hand"

+ muss der Autofokus nur in einem überschaubaren Bereich arbeiten, ist er schnell und zuverlässig + Sehr gut Stativschelle + Staub- und Spritzwasserschutz + für diese Brennweite kompakt (Rucksäcke, die das 80-400 an der Kamera knapp aufnehmen, sind aber für die Optik zu klein) - f6.3 reicht bei gutem Licht aus, limitiert den Einsatz der Optik aber trotzdem stärker als f5.6 beim 80-400 - Naheinstellgrenze von 2,7 m

- Autofokus bei größeren Durchfahrten sehr langsam - die Brennweite deckt nur ca. 70 - 80% dessen ab, was man für das Fotografieren im Tierpark benötigt (insbesondere an einer Crop-Kamera) - Lieferung ohne weiteres Zubehör Fazit Das Tamron ist momentan die Linse mit dem besten Preis-, Leistungsverhältnis für eine "Megazoom" Linse auf dem Markt. Man bekommt hier richtig was fürs Geld. Allerdings muss man mit bestimmten Einschränkungen leben, denn auch das Tamron ist keine eierlegende Wollmilchsau.

Aber es ist definitiv die einzige Linse, die Otto Normalverdiener die Verwendung von 600mm Brennweite an einer Spiegelreflex ermöglicht und mit der man dabei Bilder hinbekommt, die man

wirklich verwenden kann. Eine gute Ergänzung zu dieser Linse ist übrigens ein 70-200, da man damit den fehlenden unteren Brennweitenbereich ergänzen kann.

Ums "umspannen" oder um die Mitnahme eines zweiten Bodys mit einer passenden Optik kommt man aber nicht herum, wenn man den ganzen Brennweitenbereich abdecken möchte, den man z.B. im Zoofotografen Alltag benötigt. Darum werde ich auch mein 80-400 behalten, denn trotz der kürzeren Brennweite ist auch diese Optik neben dem Tamron noch sinnvoll und hat ihre Stärke da, wo das Tamron eben nicht mitkommt. Habe ich den Kauf des Tamron bereut? Nein, definitiv nicht! Die Optik ist, trotz aller Einschränkungen, hervorragend und eigentlich ein must have für alle, die (trotz kleinen Budgets) nie genug Brennweite haben können, um ganz nah ranzukommen, an das Motiv der Begierde.

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